Pak Semue by Christian
Summary: Sam und Teal'c kommen sich näher.
Categories: Stargate SG-1 Characters: Samantha Carter (SG-1), Teal’c (SG-1)
Genre: General, Oneshot, Romance, UST
Challenges: Keine
Series: Keine
Chapters: 1 Completed: Ja Word count: 2820 Read: 3127 Published: 08.11.11 Updated: 08.11.11
Story Notes:
Die Beziehung zwischen Sam und Teal'c enthält eine Menge Potential, das weder in Fanfictions noch in der Serie selbst vollkommen ausgeschöpft wurde. Die Fanfiction-Paradies-Challenge, eine Story mit einem ungewöhnlichen Pairing zu schreiben, kam mir da gerade recht, um mich diesem Potential zu widmen ...

Spoiler: Shan`Aucs Opfer (Crossroads), Window of Opportunity, Beneath the Surface

1. Kapitel 1 by Christian

Kapitel 1 by Christian
Author's Notes:
(c) www.stargate-atlantis-pandora.de
Pak Semue


Samantha Carter hatte noch nie zu den Leuten gehört, die sich schnell geschlagen geben, aber jetzt war es fast soweit. Der schwere Rucksack zerrte an ihren Schultern, ihre Füße schmerzten von der langen Wanderung und die kalte Bergluft drang ihr in Mark und Knochen. Ich werde mir noch eine verdammte Grippe einfangen! fluchte sie stumm, aber kein Wort des Wehklagens drang über ihre Lippen. Schließlich hatte sie sich freiwillig für diese Unternehmung gemeldet. Unter keinen Umständen würde sie sich nun eine Blöße geben.

Teal'c schienen weder die Last noch das Klima besondere Schwierigkeiten zu bereiten. Eine freundliche, fast schon überschwengliche Stimmung ging von dem Jaffa aus, der sich sonst eher düster gab. Trotzdem behielt er seine Schweigsamkeit bei, und diesmal ausnahmsweise dankte es ihm Carter, denn nach einem Gespräch war ihr wirklich nicht zumute.

Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Teal'c hatte ihnen von Pak Semue erzählt, ein Ritual, das die Jaffa alle zwölf Jahre vollziehen. Sie besteigen einen der sieben heiligen Berge von Chulak und begeben sich dort in die Abgeschiedenheit einer geheimen Höhle, um das Ritual zu vollziehen, das ihren Körper und ihren Geist in Einklang bringen soll. Der wichtigste Bestandteil des Rituals ist die Pak Sechai, die Ritualgruppe aus zwei Jaffa, die viele Jahre Seite an Seite gekämpft und sich ihren gegenseitigen Respekt verdient haben. Nur zu zweit kann man das Ritual erfolgreich vollziehen.

Das war Teal'cs Dilemma.

Natürlich hatte sich Jack sofort angeboten, mit Teal'c "diese Ritual-Nummer durchzuziehen", doch der Jaffa hatte erwidert, daß dieses Ritual nur Männern gestattet sei, die eine Printa aufweisen. Und in dem Moment hatte sie - Sam - eingeworfen, daß es, wenn man gegen die eine Auflage verstoße, auch nichts mehr ausmachte, gegen die andere zu verstoßen, nämlich eine Frau an dem Ritual teilnehmen zu lassen. Sie hatte keine Ahnung, welcher Teufel sie geritten hatte, das zu sagen. Vielleicht hatte sie ja einfach den Eindruck gehabt, daß die Frauen auf Chulak mehr Freiheiten genossen als anderswo, und war enttäuscht gewesen, das Gegenteil zu erfahren? Ja, um so mehr sie darüber nachdachte, um so sicherer war sie sich, daß genau das der Grund war! Das hatte sie nun davon!

Irgendwie schienen ihre Worte eine Saite in Teal'c zum Klingen gebracht zu haben, denn er bat sie - flehte sie förmlich an - das Ritual mit ihm zu vollziehen. In den folgenden Tagen behandelte er sie mit einer Zuvorkommenheit, die sie von dem Jaffa überhaupt nicht gewohnt war, fast so als wäre ihm endlich ein Licht aufgegangen, mit wem er da Tag für Tag, Woche für Woche durchs Stargate wanderte. Schließlich willigte sie ein, und er dankte es ihr auf seine sanfte Art mit einem Nicken und einem Lächeln - ein Lächeln von Teal'c! Das war etwas so seltenes, daß es ihr fast den Atem raubte.

Und nun waren sie hier auf Chulak und sie bereute ihre leichtsinnige Entscheidung mit jeder Faser ihres schmerzenden Körpers. Seit Stunden waren sie nun schon unterwegs, ohne auch nur eine einzige Pause eingelegt zu haben. Vielleicht war das ja ein Teil des Rituals, deshalb hatte sie bisher keine Einwände vorgebracht. Aber wenn es noch länger so weiterging ...

"Wir haben unser Ziel erreicht, Major Carter."

Der Jaffa drehte sich zu ihr um und deutete auf eine Vertiefung im Felseinschnitt.

"Dort werden wir die nächsten Tage verbringen, um das Pak Semue zu vollziehen."

Sam hoffte inständig, daß ihr nicht noch weitere Anstrengungen bevorstanden.

***

"Ich habe mich schon gefragt, weshalb der Rucksack so schwer war", sagte Sam, während Teal'c den Inhalt sorgfältig vor sich aufbaute. Da waren Kerzen, sehr viele Kerzen. Beutel und Fläschchen. Und Duftstäbchen. Na großartig! Sam hatte noch nie besonders viel für Esoterik übrig gehabt. Schon auf der High School hatte sie sich geweigert, an spirituellen Sitzungen und Tarot-Lesungen ihrer Klassenkameradinnen teilzunehmen und sich statt dessen lieber den harten wissenschaftlichen Fakten zugewandt. Und jetzt stand sie kurz davor, ein solches Ritual mit einem Mann zu vollziehen, der voll und ganz daran glaubte.

Teal'c glaubt nicht nur daran, es ist ihm wirklich wichtig. Und er vertraut mir. Oh Gott, ich werde ihn schrecklich enttäuschen!

"Teal'c?"

"Ja, Major Carter?"

"Äh, ... nichts. Schon gut."

Der Jaffa warf ihr einen durchdringenden Blick zu und sie fühlte sich unbehaglich.

"Ich werde dich ab nun Samantha nennen, wie es der Brauch vorschreibt. Später werde ich dich wieder mit deinem rechtmäßigen Titel ansprechen."

"Das ... danke."

"Du scheinst dich unwohl zu fühlen."

Sam erwiderte nichts und blickte sich statt dessen in der kleinen Höhle um. Sie waren weit in das Innere des Bergs hineingewandert, und die Kälte von draußen konnte sie hier nicht erreichen. In der Tat war es sogar sehr warm hier und die warme Quelle, über welche die Höhle verfügte, deutete auf vulkanische Aktivitäten hin. Die angenehme Wärme drang in ihre Glieder und ließ ihre Schmerzen langsam verebben.

Immer noch wurde sie von Teal'cs fragendem Blick durchbohrt, und schließlich gab sie sich einen Ruck: "Das ist alles sehr ungewohnt. Aber ich bin bereit. Laß uns beginnen."

"Gut." Der Jaffa nickte. "Dann beginnen wir mit dem ersten Teil des Pak Semue, genannt Pak Kala - die Befreiung des Körpers. Dazu entledigen wir uns unserer Kleidung."

Sofort begann der Jaffa, seine Jacke auszuziehen und säuberlich in einer Ecke der Höhle abzulegen. Danach zog er sein Hemd aus und entblößte seinen ebenholzfarbenen, muskulösen Oberkörper, verunstaltet nur durch die Bauchöffnung, die Printa, die jedem Jaffa gemein ist. Die ganze Zeit über sah ihm Sam mit fassungslos geöffnetem Mund zu. Nachdem er seine Hose ausgezogen und die Socken abgelegt hatte, bemerkte er ihr Schweigen.

"Du machst einen verwirrten Eindruck, Samantha."

"Ich ... ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Wir ziehen uns aus?"

"Das ist korrekt."

"Völlig? Ich meine ... nackt?"

Der Jaffa nickte.

"Äh ..."

Sam sah sich prüfend um und erwartete jeden Augenblick, Jack und Daniel grinsend hinter einem Felsvorsprung hervorkommen zu sehen. Das konnte doch nur ein Scherz sein, oder?

Das Teal'c es todernst meinte, wurde ihr klar, als er auch seine Unterhose auszog. Irgendwie konnte sie dem Drang nicht widerstehen, ihn anzustarren, wie er da in seiner ganzen Pracht und ohne die geringsten Hemmungen vor ihr stand. Wilde Gedanken purzelten durch ihren Kopf. Gedanken, die sie noch nie gedacht hatte. Sie spürte, wie sich erst ihre Wangen und dann ihr ganzer Kopf rot färbte.

Worauf wartest du, Mädchen? sagte eine Stimme in ihrem Innern. Los, dreh dich um und lauf aus der Höhle! Und entehre damit einen der besten Freunde, die du jemals gehabt hast!

Langsam löste sie den oberen Knopf ihrer Bluse, und danach ging alles sehr schnell. Im Nu hatte sie sich ihrer Kleidung entledigt und stand splitterfasernackt vor dem Jaffa. Ein eigentümliches Gefühl der Begierde breitete sich in ihrem Körper aus, und Teal'c schien es ebenso zu gehen, wie sie an seinem besten Stück unschwer erkennen konnte. In seinem Gesicht dagegen konnte sie nur Ruhe und Ausgeglichenheit erkennen.

"Wir ehren unsere Kleidung, indem wir sie ordentlich aufbewahren", sagte er und deutete auf das Knäul zu ihren Füßen. Eilig brachte sie die Sachen in Ordnung und stapelte sie säuberlich aufeinander.

"Und nun?"

"Nun setzen wir die Befreiung des Körpers fort, indem wir unsere Körperbehaarung entfernen."

"Meinen Kopf kahlrasieren? Schon wieder? Na schön, was soll's. Aber wirklich fair finde ich das nicht - mit deinem kahlen Schädel kannst du diesen Teil des Rituals glatt überspringen."

"Ich meine alle Haare, Samantha."

"Alle ...?" Sam spürte, wie ihr langsam die Stimme versagte.

***

In der Zwischenzeit saßen Jack und Daniel in der Kantine des SGC und Daniel mußte sich zum hundersten Mal die Bedenken des Colonel anhören.

"Meinst du, es war eine gute Idee?"

"Hm?"

"Sam und Teal'c einfach so losziehen zu lassen?"

"Warum nicht?"

"Ich meine - Chulak. Warum ausgerechnet Chulak? Das ist ein ganz schön gefährlicher Ort für einen gesuchten Jaffa und eine Tau're."

"Ich glaube, das hat etwas mit den Bräuchen der Jaffa zu tun ..."

"Das paßt mir ebenfalls nicht. Diese Sache mit den Bräuchen. Wieso zum Teufel haben wir Teal'c nicht gefragt, was für eine Art von Ritual dieses Pac Mani ist?"

"Pak Semue. Und ich glaube nicht, daß Teal'c Sam unnötig in Gefahr bringen würde. Hey, Jack, hab doch etwas mehr Vertrauen in ihn!"

"Hab ich doch! Ich wünschte halt nur ... ach egal!"

***

Sam hatte die unglaublichste Ehrfahrung ihres Lebens hinter sich. Zunächst hatte ihr Teal'c mit einer Schere die Haare vom Kopf geschnitten. Dann hatte er sie am ganzen Körper eingeschäumt und mit einem Rasiermesser fein säuberlich jedes Härchen von ihrem Körper entfernt. Anschließend hatte sie das selbe bei ihm getan.

Am Anfang hatte sie das Gefühl gehabt, es keine Sekunde länger aushalten zu können. Sie wußte nicht, was sie dann getan hätte. Wäre sie schreiend aus der Höhle gerannt? Oder wäre sie über den Mann hergefallen, der nun schon so viele Jahre zu ihren engsten Freunden zählte, um mit ihm eine wilde Liebesnacht zu durchleben? Statt dessen hatte sie sich immer weiter beruhigt und war schließlich ganz in das Ritual aufgegangen.

Nach dem Pak Kala stand das Pak Olchaa an - die Reinigung des Körpers. Sie tauchten gemeinsam in die warmen Fluten der unterirdischen Quelle und säuberten ihre Körper in dem prickelnden Naß. Danach kletterten sie an Land, trockneten sich mit duftenden Tüchern ab und rieben sich mit ätherischen Ölen ein. Es war eine wunderbare Ehrfahrung, und allmählich breitete sich eine Wärme und Ruhe in Sam aus, die sie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr empfunden hatte. Teal'c selbst war so ruhig wie immer, doch seine Blicke und seine Gesten zeigten deutlich, wie viel ihm das Ritual bedeutete. Sie war ihm unendlich dankbar dafür, daß er dieses besondere Ereignis mit ihr teilte.

Schließlich saßen sie, nackt und Rücken an Rücken, in einem Kreis aus Kerzen und Duftstäbchen, und läuteten damit den dritten Teil des Pak Semue ein - das Pak Semuai, die Überwindung des Körpers durch Meditation. Nie hätte es sich Major Dr. Samantha Carter, Astrophysikerin der US Air Force, träumen lassen, an einem solchen Ritual teilzunehmen und soviel dabei zu empfinden. Ihr Körper war warm, ihr Geist ruhig und dennoch geschärft, und die Kameradschaft und Liebe, die sie mit Teal'c teilte, erhellten ihr Herz.

"Wie fühlst du dich, Samantha?" Die tiefe Stimme des Jaffa drang mehr durch ihren Brustkorb zu ihr als durch ihre Ohren.

"Äh, dürfen wir uns unterhalten?"

Sie spürte die Belustigung des Jaffa, als wären sie geistig miteinander verbunden. Ein interessanter psychologischer Nebeneffekt des Rituals, teilte ihr analytischer Verstand trocken mit.

"Es ist uns gestattet, zu kommunizieren. In der Tat ist dies sogar ein wichtiger Bestandteil des Pak Semuai und soll die Verbundenheit der Ritualgruppe stärken."

"Um deine Frage zu beantworten, ich fühle mich gut. Sehr gut sogar. Ich hätte nie gedacht ... Ich meine, du kennst mich ..."

"Nein. Ich kenne dich nicht wirklich, Samantha. Wir kämpfen nun schon vier Jahre lang Seite an Seite und haben uns trotzdem noch niemals über persönliche Dinge unterhalten."

"Ich hatte nie den Eindruck ... Nun, du gehörst nicht gerade zu der gesprächigen Sorte. Es waren niemals viele Worte zwischen uns erforderlich. Wir waren uns immer einig." Sie mußte stutzen. "Haben wir uns jemals gestritten?"

"Nicht daß ich wüßte."

"Das verstehe ich nicht. Wir stehen uns nahe. Wir waren uns immer einig. Also warum haben wir uns niemals richtig unterhalten?"

"Vielleicht weisen unsere Interessen zu starke Unterschiede auf."

Ein nachdenkliches Schweigen schloß sich an. Dann ergriff Sam erneut das Wort.

"Ja, du könntest recht haben, Teal'c. Bei dir dreht sich vieles um uralte Rituale und Bräuche, mit denen ich nichts anfangen kann. Meine Welt dagegen besteht aus Zahlen und Fakten. Nicht immer sind es greifbare Fakten, man denke nur an die Wurmloch-Physik. Aber immer sind es Fakten, die mir eine gewisse Sicherheit und Kontrolle geben. Metaphysischer ... Kram ... hat mich immer abgeschreckt. Sicher, über die letzten paar Jahre sind wir mit soviel davon konfrontiert worden, daß sich meine Einstellung dazu verändert hat. Dennoch bleibt es ... Kram. Sprituell. Nicht faßbar. Oder anders ausgedrückt: Beängstigend."

"Beängstigt dich meine Lebensweise?"

"Nicht nur das. Am Anfang hast du selbst mich verängstigt. Das, was du einmal warst. Deine Erscheinung. Dein ganzes Auftreten. Inzwischen habe ich mich längst daran gewöhnt. Dennoch bin ich niemals von mir aus an dich herangetreten. Ich habe immer gehofft, du würdest dich von selbst der Außenwelt öffnen. Aber du hast es nie getan."

"Ich teile mich ungern anderen mit."

"Aber warum?"

"Ich wurde so erzogen. Sechzig Jahre lang war mein Leben erfüllt mit Riten und Bräuchen, die meinem Dasein einen Sinn verliehen. Als ich zu den Tau're ging, fürchtete ich, mich von diesen Bräuchen trennen zu müssen. Doch ihr gabt mir die Möglichkeit, sie zu bewahren. Das tue ich. Gleichzeitig versuche ich, an euren Bräuchen teilzuhaben, doch die meisten davon entziehen sich meinem Verständnis."

"Würdest du deine eigenen Bräuche gern mit jemandem teilen?"

"Sehr gern sogar. Aber Colonel O'Neill ist dafür leider nicht sehr empfänglich. Daniel Jackson dagegen lauscht interessiert und macht sich Notizen. Und dann wendet er sich anderen Dingen zu."

"Ich was ist mit mir?"

"Ich muß gestehen, daß ich niemals über diese Möglichkeit nachgedacht habe. Bis zu dem Moment, als du dein Interesse für das Pak Semue bekundet hast. Da erkannte ich zum ersten Mal, daß du dich für mich und meine Bräuche interessierst."

"Und vorher nicht? Was habe ich falsch gemacht?"

"Nichts. Ich habe dich immer bewundert, Samantha. Als Kriegerin und als Gelehrte. Und auch als Frau. Aber du warst die ganze Zeit über ein so fester Bestandteil deiner eigenen Welt, daß ich niemals eine Grundlage fand, auf der ich mit dir kommunizieren konnte."

"Ich kann manchmal ganz schön verschlossen sein."

"Die selbe Beschreibung trifft auf mich zu."

"Sieht so aus, als hätten wir den Bann endlich gebrochen."

"So sieht es aus."

"Ich bewundere dich auch. Deine körperliche und geistige Kraft. Und vor allem deine Ruhe. Während mein Leben einer Achterbahnfahrt ähnelt, bist du wie ein unerschütterlicher Fels in der Brandung. Allein dich in der Nähe zu wissen, wirkt sehr beruhigend auf mich."

"Das freut mich. Doch entspricht meine äußere Ruhe nicht immer dem, was in meinem Innern vor sich geht. Und manchmal ist die Wut größer als meine Beherrschung. Shan`Auc ..."

"Du hast sie geliebt."

"Das ist korrekt."

"Es tut mir leid, Teal'c."

"Es war nicht zu ändern. Manchmal muß man Opfer bringen, wenn man für seine Überzeugungen einsteht. Sie hat das größtmögliche Opfer gebracht."

"Ich wünschte, ich könnte auch einfach für meine Überzeugung einstehen."

"Aber du wagst es nicht?"

"Ich fürchte mich vor den Konsequenzen."

"Eines Tages mußt du dich den Konsequenzen stellen. Das habe ich ihm auch gesagt."

"Wirklich? Wann?"

"Damals, als sich die Ereignisse immer wiederholten. Wir haben gemeinsam Latein erlernt. Und am Ende jeder Zeitschleife hat er dich geküßt. Über einhundert Mal. Als wir das Rätsel gelöst hatten, wollte er nicht, daß es endet. Er war süchtig geworden nach diesem Kuß. Doch letzlich konnte ich ihn davon überzeugen, daß es keinen Sinn hat, vor den Konsequenzen davonzulaufen."

"Er ist ... du wirst ihm nicht erzählen, daß du es mir erzählt hast?"

"Nein."

"Danke."

"Irgendwann müßt ihr euch den Konsequenzen stellen. Ich werde bereit stehen und euch jede Unterstützung gewähren, die mir möglich ist."

"Danke. Die selbe Unterstützung ist dir sicher, falls du jemals in Schwierigkeiten geraten solltest."

"Ich danke dir, Samantha."

Ein angenehmes Schweigen breitete sich aus, bis sich Sam erneut entschloß, die Stille zu durchbrechen.

"Schließt das Pak Semue körperliche Liebe ein?"

"Körperliche Liebe ist kein fester Bestandteil, aber es ist auch nicht ausdrücklich untersagt. Viele Ritualgruppen haben es zum festen Bestandteil erhoben."

"Wirklich? Ich dachte es wird normalerweise nur von männlichen Jaffa durchgeführt ..."

"Ausschließlich sogar."

"Oh ..."

"Möchtest du das Ritual durch körperliche Liebe vertiefen?"

"Wärst du dazu bereit, Teal'c?"

Der Jaffa nickte. Sie konnte ihn nicht sehen, aber sie spürte, daß er nickte.

"Dann bin ich es auch."

***

"Interessanter Haarschnitt, Carter."

"Danke, Sir."

Sie waren gerade wohlbehalten durch das Stargate zurückgekehrt, und Sam hatte fast den Eindruck, der Colonel wollte sie vor Freude umarmen. Zum Glück brachte er sich im letzten Moment unter Kontrolle und beließ es bei einem freundlichen Schulterklopfer. Danach wandte er sich an Teal'c.

"Du hast also die Mönchs-Nummer mit ihr abgezogen."

Der Jaffa hob eine Augenbraue und nickte dann. "Das Pak Semue war erfolgreich."

"Äußerst erfolgreich, würde ich sagen", ergänzte Sam und knuffte Teal'c freundlich in die Rippen. Zum Erstaunen von Jack und Daniel erwiderte der Jaffa die Geste und lächelte dabei.

"In der Tat, Major Carter. Ich freue mich bereits darauf, dich beim nächsten Kel Norem begrüßen zu dürfen."

"Und ich werde die CD mit den Gregorianischen Gesängen mitbringen. Schließlich gibt es keinen Grund, das Ritual nicht durch einige Einflüße der Tau're aufzulockern."

Während die beiden auf eine Weise den Stargate-Raum verließen, den man nur als eifriges Schwatzen bezeichnen konnte, sahen sich Jack und Daniel ratlos an.

"Ich frage mich wirklich, was auf diesem Berg passiert ist", sagte Jack.

"Ich habe keine Ahnung. Aber es scheint etwas mit ätherischen Ölen zu tun zu haben", entgegnete Daniel.

ENDE
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