Aussprache by Emony
Summary: Zwischen McKay und Sheppard kommt es zur Aussprache.
Categories: Stargate Atlantis Characters: Rodney McKay, John Sheppard
Genre: Slash
Challenges: Keine
Series: First Time
Chapters: 1 Completed: Ja Word count: 2034 Read: 3080 Published: 19.12.10 Updated: 19.12.10
Story Notes:
Anmerkung: Ich hatte verschiedene Ideen, wie es weitergehen könnte und habe in diesem Sequel zwei dieser Ideen verarbeitet. Mal sehen, ob ich den Schluss schreibe, der mir gestern Nacht im Kopf herumschwirrte, als Tobias mich mal wieder nicht schlafen ließ.
Die Story ist ein Sequel zu 'Sehnsucht' und 'Verlangen'. Es ergibt mehr Sinn, wenn man die Stories davor auch gelesen hat. ;)

Widmung: Kat, Xily und DraQla. Danke, dass ihr mich immer wieder inspiriert und mich mit so wundervollem Lesefutter versorgt. Und natürlich mit Feedback. *huggles*
Aussprache by Emony
McKay schalt sich selbst einen Idioten, dass er Sheppard berhaupt hatte an sich rankommen lassen. Er htte es besser wissen mssen. Er htte wissen mssen, dass ein Mann wie Sheppard niemals seinen Bedrfnissen gengen wrde. Dass der Soldat in ihm niemals zulassen wrde, zu viel von seinem Herzen preiszugeben, da das ja ein Zeichen von Schwche wre. Sheppard war einfach noch nicht bereit, sich einem Mann derart zu ffnen. Und er war eindeutig bisexuell, entschied McKay. Sein Verhalten vorhin war so typisch Mann, so typisch hetero Mann!

Er seufzte und warf sich rcklings auf das Bett. Es gab kein natrliches Licht in seinem Zimmer. Er hatte darauf bestanden ein Zimmer ohne Fenster zu bekommen, weil er das Meer nicht sehen wollte, das ihn nur allzu sehr an seine Hydrophobie erinnerte. Und auerdem wrde die Sonne nur stndig auf seinen Laptop scheinen und es ihm unmglich machen auch in den kleinen Pausen am Tag in seinem Raum zu arbeiten. Er brauchte keine Pausen. Es gengte ihm vllig, dass er nachts sechs Stunden schlief. Mehr wre Verschwendung kostbarer Zeit. Er liebte seine Arbeit, brauchte die stndigen Herausforderungen, die ihn von gewissen Gedanken ablenkten. So wie jetzt, wo er sich nichts sehnlicher wnschte als haufenweise Arbeit, damit er nicht mehr an Sheppard denken konnte.

Ihm wollten die Ksse nicht aus dem Kopf gehen, die so sehr seine Sehnsucht gestillt hatten, die ihn fr einen Moment hatten vergessen lassen, dass sie so weit weg von der Erde und allem waren, das ihnen etwas bedeutete. Er dachte an seine Katze und wnschte sich das Tier mehr denn je in die Pegasus Galaxie. Das vertraute Schnurren wrde ihn beruhigen.

Sein Blick glitt von einer Seite des Raums zur anderen. Er war so kahl und unpersnlich, dass es kein Wunder war, dass er sich nicht wohl fhlte. Zuhause hatte er sich immer wohl gefhlt, zwischen all den vielen Erinnerungsstcken, den Auszeichnungen, den alten Mbeln. Hier in seinem Zimmer waren die Wnde nackt, er hatte nur ein Bett, einen kleinen Tisch und einen Stuhl. Mehr nicht!

Gerade kam ihm die Idee den Raum ein wenig persnlicher zu gestalten, viel brauchte er ja nicht zu ndern, nur ein wenig, als ein dumpfes Klopfen an der Tr, ihn aus seinen Gedanken riss. Ob das John war? Er hoffte es so sehr! Nein, eigentlich war es ihm egal, denn er wollte nicht mit ihm reden. Er brauchte ihn nicht. Er war auf niemanden angewiesen!

Ja, antwortete McKay ein wenig rau und setzte sich in seinem Bett auf. Enttuschung machte sich auf seinem Gesicht breit, als Teyla herein trat und nicht etwa John Sheppard.

Sie schenkte seinem Gesichtsausdruck nicht viel Beachtung. Das tat nie jemand. Warum sollte sie da eine Ausnahme sein? Dr. McKay, Dr. Weir mchte Sie gerne sehen.

Um was geht es?, fragte McKay im aufstehen.

Wir alle sollen kommen, aber Sie haben als Einziger nicht auf den Ruf reagiert. Die junge Athosianerin wandte sich schon wieder zum Gehen.

Die Lautsprecher in meinem Quartier mssen defekt sein, meinte er. Ich werde mir das nachher mal ansehen. Waren die Lautsprecher tatschlich defekt oder hatte er Weir deshalb nicht gehrt, weil er so sehr in Gedanken gewesen war? Er konnte es nicht sagen. Jedoch war er dankbar fr die Ablenkung und folgte Teyla zum Besprechungsraum. Er vermied es dabei gnzlich, sich mit ihr zu unterhalten. Wenn sie nicht gerade auf einer Auenmission waren, wusste er beim besten Willen nicht, worber er sich mit einer Athosianerin unterhalten sollte. Ihr Volk war so furchtbar primitiv, dass er sich oft gefragt hatte, wie sie es berhaupt so lange geschafft hatten, sich gegen die Wraith zu behaupten.


McKay stockte der Atem, als er Sheppard an seinem blichen Platz vorfand. Er sah aus, als wre nichts geschehen. Da war kein Funke von Reue in seinem Blick. Wie schaffte er das nur? McKay zog sich der Magen zusammen, als er Sheppard gegenber Platz nahm und er versuchte ihn nicht weiter anzusehen, sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was Weir ihnen zu sagen hatte.

Als sie erneut von ihren Nahrungsproblemen anfing und der Begriff ZPM fiel, schaltete McKay ab und hrte ihr nicht weiter zu. Stattdessen glitt sein Blick immer wieder zu Sheppard, der seinerseits versuchte seine Augen stur auf Weir zu richten, was ihm nur schwerlich gelang. Irgendwann trafen sich ihre Blicke fr den Bruchteil einer Sekunde und beide sahen betreten weg, versuchten sich nichts anmerken zu lassen.

Das war einfach lcherlich, fand McKay. Und doch, er konnte nicht anders, als erneut zu ihm hinber zu blicken. Was musste dieser verdammte Kerl auch so unverschmt gut aussehen? Warum hatte er sich ausgerechnet ihn Sheppard verlieben mssen, wo es auf Atlantis doch wei Gott genug andere Mnner gab, in die er sich htte verlieben knnen? Carson war toll. So gebildet und hflich und einfhlsam. Ebenso der kleine Tscheche, dessen Namen er selbst jetzt noch immer wieder verga. Es machte ihn wahnsinnig!

Nein, ausgerechnet in den hitzkpfigen, zugegeben verdammt sexy aussehenden, jedoch grten Idioten auf Atlantis hatte er sich verlieben mssen! Er war eindeutig ein Masochist, sonst wrde er sich das nicht selbst antun, entschied er kurzerhand. Es musste einfach so sein.

Rodney?

Nur langsam sickerte der Name in sein Bewusstsein und erst als alle, inklusive Sheppard, ihn anstarrten wurde ihm klar, dass Weir offenbar zu irgendwas eine Antwort von ihm erwartete. Er rusperte sich, rutschte verlegen im Stuhl hin und her und fragte, den Blick stur auf Weir gerichtet: Ich hab das eben nicht mitgekriegt, knnen Sie das bitte wiederholen? Zuzugeben, dass er unaufmerksam gewesen war, fiel ihm alles andere als leicht und er htte schwren knnen ein hmisches Grinsen ber Sheppards Miene huschen gesehen zu haben.

Geht es Ihnen nicht gut, Rodney? Weir sah ihn ernsthaft besorgt an.

Nein, ich habe Kopfschmerzen, um ehrlich zu sein, log er kurzerhand.

Vielleicht sollten Sie Dr. Beckett aufsuchen, schlug Teyla vor und legte McKay eine Hand auf den Unterarm. Sie sa direkt neben ihm und auch ihr Blick war besorgt. Er zog seinen Arm unter ihrer Hand hervor. Irgendwie war es ihm unangenehm von der Athosianerin berhrt zu werden.

Der Einzige, der sich nicht tuschen lie, war Sheppard. McKay konnte seinen Blick aus dem Augenwinkel sehen. Er sah ihn aus zusammengekniffenen Augen an, als wolle er sagen: ich hab dich durchschaut.

Sie haben Recht, antwortete er darauf hastig und stand auf, um den Raum zu verlassen.

Weir nickte lediglich. Dann wandte sie sich wieder den brigen Anwesenden zu. Dann treffen Sie smtliche Vorbereitungen. Morgenfrh und nullachthundert geht es los. Damit war die Sitzung indirekt beendet. Es fehlte nur noch ein Wegtreten, doch darauf wartete niemand, da Weir nicht zum Militr gehrte.

Sheppard sprang von seinem Stuhl auf und folgte McKay, obgleich dieser bemht war mglichst schnell vom Konferenzraum fortzukommen.

Rodney!

Verschwinde!, rief dieser ber seine Schulter zurck.

Lass mich nicht wieder so stehen.

Sheppards Stimme klang ungewhnlich sanft, fand McKay, dennoch blieb er nicht stehen. Er zgerte noch nicht einmal, whrend er unbeirrt einen Fu vor den anderen setzte.

Wir knnen so morgen nicht auf die Mission gehen, wenn du kein Wort mit mir sprichst.

McKay ging weiter, versuchte sogar noch etwas schneller zu gehen und joggte beinahe. Sheppard schloss problemlos zu ihm auf und stellte sich direkt vor McKay, so dass dieser um ein Haar in ihn hineingelaufen wre.

Was fr eine Mission?, wechselte McKay das Thema.

Die von der Elizabeth eben gesprochen hat. Du hast ihr wirklich nicht zugehrt, oder? McKay begann zu schmollen. Ich wollte dir nicht wehtun, Rodney. Sheppard wollte die Gelegenheit nutzen, da McKay tatschlich stehen geblieben war, um mit ihm ber den Vorfall im Sportraum zu reden.

Dafr ist es dir aber sehr gut gelungen. Wie ist das erst, wenn du planst jemandem das Herz aus der Brust zu reien? McKay funkelte sein Gegenber wtend an. Du wusstest von meinen Gefhlen, weil Chaya es dir gesagt hat und du hast darin die Chance gesehen etwas zu versuchen, das du so vorher noch nie hast ausprobieren knnen. Du wolltest mich benutzen!

Sheppard war froh, dass sie in dem groen Korridor allein waren. Er wollte unter keinen Umstnden, dass irgendwer auf Atlantis dieses Gesprch mitbekam. Er versuchte McKay die Hnde auf die Schulter zu legen, doch der wich ihm geschickt aus. Sheppard resignierte und fuhr sich fahrig durch das wuschelige Haar. Du hast das vllig missverstanden, Rodney. Ich hatte nicht erwartet, dass du so leicht zu verletzen bist.

Warum? Weil ich selbstbewusst bin? Deshalb soll ich herzlos sein?

Du bist arrogant und das ist weit mehr als selbstbewusst zu sein, verbesserte Sheppard. Und ja, ich dachte, dass weit mehr dazu gehren wrde, dich irgendwo da drin, er deutete auf McKays Herz, zu verletzen. Du wirkst stndig so hart und unnahbar, dass niemand hier glaubt, dass du imstande bist zu lieben. Herr Gott, kaum jemand arbeitet gern mit dir zusammen, weil du am liebsten ber dich selbst und deine Genialitt redest, anstatt vielleicht auch mal jemand anderen zu loben oder als auch nur annhernd gleichgestellt anzusehen.

Fein, dann bin ich also arrogant und herzlos. Kann ich jetzt bitte zu Dr. Beckett? Er nickte zu dem Korridor hinter Sheppard.

Ich bin noch nicht fertig, sagte dieser und verschrnkte die Arme vor der Brust. Aber ich wei, dass du anders bist und ich htte rcksichtsvoller sein mssen. Ich will dich, Rodney, aber wenn du noch warten mchtest, dann ist das okay fr mich. Ich will dich nicht verlieren, ehe berhaupt etwas Greifbares zwischen uns war. Kannst oder willst du das nicht verstehen? Ich bin nicht gut darin, meine Gefhle zu zeigen. Das hat man mir nicht beigebracht. So wie ich mit deiner Arroganz leben muss, musst du lernen damit zu leben, dass ich ein Gefhlskrppel bin. Niemand ist perfekt. Aber wenn du willst, dass jemals etwas zwischen uns ist, egal ob eine romantische, eine sexuelle oder eine freundschaftliche Beziehung, dann musst du lernen meine Unzulnglichkeiten zu akzeptieren.

Du glaubst, dass ich dich fr unzulnglich halte? McKays Zge wurden mit einem Mal weich. Ich htte nicht zugelassen, dass du mir nahe kommst, wenn ich das denken wrde, John.

Es macht mir nichts, dass du mich fr dumm hltst. Ich wei, dass ich nicht dumm bin. Soviel Selbstvertrauen habe ich. Aber ich wei auch, dass ich niemals so intelligent sein werde, wie du es bist. Das macht mir jedoch nichts aus. Ich kann damit leben.

Du bist der bessere Schtze und Nahkmpfer und du bist viel sportlicher als ich, sagte McKay zrtlich, als er begriff, was Sheppard ihm eben versuchte klarzumachen.

Wir mssen nicht gleich sein, um uns gut zu verstehen oder um zusammen zu passen.

So ergnzen wir uns, lchelte McKay und Sheppard nickte.

Fr einige Augenblicke schwiegen sie beide, sahen sich nur an. Dann brach McKay das Schweigen: Du bist der Erste, der meine Intelligenz nicht als Bedrohung sieht.

Warum sollte ich mich bedroht fhlen? Ich knnte dich jederzeit erschieen, zwinkerte Sheppard. Du bist keine Bedrohung fr mich. In keiner Weise.

Du wrdest auf mich schieen? McKay legte den Kopf schief und kniff die Augen scherzhaft zusammen.

Niemals. Zumindest nicht ohne den Schutzschild der Antiker, erwiderte Sheppard im ausatmen, zog McKay daraufhin zu sich, um dessen niemals stillen Mund mit einem Kuss zu versiegeln. Er hatte die Nase voll von dem Gequatsche. Er wollte jetzt nicht mehr reden. Alles Wichtige war gesagt und den Rest wrden sie langsam auf sich zukommen lassen.


ENDE
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