Kat ist schuld! Sie hat gesagt: „Schreib Ford/Teyla, schreib Slash, schreib was du willst, nur nicht Teyla/Sheppard!“ Gut, hier ist also der Slash. *g* Und das wird nicht mein Letzter sein. Seit Kat mir das gesagt hat, werde ich von zig Plotbunnies verfolgt und sehe nur noch schöne McShep-Slash-Szenen, wenn ich SGA schaue. *lol* Ihr wollt jemanden flamen? Schickt die Mails an: ukumai@gmx.de Sie ist schuld! *rofl*
Der Jumper lag ruhig in der Luft, doch in Johns Kopf herrschte pures Chaos. Das vertraute, tiefe Summen des Antriebs untermalte das Echo von Chayas Worten, die noch immer in seinem Geist nachhallten.
Eine Geistesverschmelzung. Er musste unwillkürlich schwach lächeln. Als Junge, der mit Star Trek aufgewachsen war, hätte er sich niemals träumen lassen, so etwas einmal am eigenen Leib zu erfahren. Doch die Realität der Antiker war radikaler als jede Fiktion. In diesem Zustand des absoluten Teilens gab es keine Mauern. Keine Geheimnisse vor dem anderen – und, was viel schlimmer war, keine Geheimnisse vor sich selbst. Alles wurde mit erbarmungsloser Klarheit ans Licht gezerrt. Selbst die Wahrheiten, die man tief in sich vergraben hatte, weil sie nicht in das Bild passten, das die Welt von einem erwartete.
John starrte auf die Kontrollbaken des Jumpers. Er dachte an seine Highschool-Zeit zurück, an die ersten, verwirrenden Momente, in denen ihm klar geworden war, dass sein Blick nicht nur an den Mädchen hängen blieb. Jahrzehntelang hatte er sich eingeredet, es sei nur eine Phase, ein Hirngespinst.
Ein echter Mann begehrt Frauen. Soldaten erst recht.
Das war das ungeschriebene Gesetz gewesen, mit dem er aufgewachsen war. Er war zum Militär gegangen, um sich selbst zu beweisen, dass er in diese Schablone passte. Er war der Vorzeigesoldat geworden: ein fähiger Pilot, ein Kämpfer, charmant, gutaussehend und stets von Frauen umschwärmt. Er mochte dieses Leben, er mochte dieser Typ Mann sein. Aber es war eben nur eine Facette. Der andere Teil von ihm – der Teil, der sich insgeheim nach der Berührung eines Mannes sehnte, der bei Frauen immer eine unerklärliche Leere gespürt hatte – war in der Dunkelheit geblieben. Streng bewacht. Niemand hatte je etwas bemerkt. Bis heute.
Chaya hatte seine Mauern in Sekundenbuchtbruchteilen eingerissen. Sie hatte nicht einmal tief graben müssen; Johns eigenes Unterbewusstsein hatte ihr die Wahrheit auf einem Silbertablett serviert. In dem Moment der Verschmelzung hatte er unwillkürlich McKays Gesicht vor Augen gehabt. Den verletzten, eifersüchtigen Blick des Wissenschaftlers, als Chaya in jener Nacht auf den Korridor getreten war. John hatte damals versucht, diese Reaktion als reine Einbildung abzutun. Schließlich gab es zwischen ihm und Rodney nichts, was Eifersucht gerechtfertigt hätte. Und doch war sie da gewesen.
Die Antiker, so begriff John mit einem Anflug von Bitternis, waren so viel aufgeschlossener als die Menschen der Erde. Für sie existierten diese starren Grenzen der Liebe nicht.
„Geh zurück zu ihm“, hatte Chaya sanft gesagt und ihn mit einem Blick angesehen, der ihn bis ins Mark erschütterte.
„Zu wem? Was meinst du, Chaya?“, hatte er sich noch herauszureden versucht.
„Ich meine Rodney. Ich weiß, was du für ihn empfindest. Und ich weiß, wie er für dich empfindet.“
„Du hast seine Gedanken ebenfalls gelesen?“
Sie hatte lächelnd den Kopf geschüttelt und ihre Hand auf seine Brust gelegt, direkt über sein wild klopfendes Herz. „Ich muss seine Gedanken nicht lesen, um in seinen Augen zu sehen, was er nicht auszusprechen wagt. Ich habe es gesehen, als er uns im Korridor beobachtet hat. Er war verletzt, John. Sehr sogar.“
Der Kuss, den sie ihm zum Abschied gegeben hatte, war unschuldig gewesen und doch so voller Wehmut, dass er ihn vermutlich nie vergessen würde. Sie hatte ihn allein zurückgelassen. Allein mit einem Kopf voller wirrer Gedanken, die sich plötzlich nicht mehr um die wunderschöne Antikerin drehten, sondern um einen neurotischen, unerträglichen und genialen Astrophysiker.
Als John Atlantis erreichte, fühlte sich der Flug wie eine kleine Ewigkeit an. Elizabeth Weir fing ihn im Gateraum ab und erwähnte beiläufig, dass McKay sich abgemeldet hatte, um Sport zu machen.
Sport? Rodney?
John hätte alles darauf verwettet, den Kanadier in der Messe zu finden, wie er sich mit einem verspäteten Mittag- oder einem verfrühten Abendessen über den Frust der letzten Tage hinwegtröstete.
Die gedimmten Lichter der Gänge von Atlantis schienen die angespannte Stille widerzuspiegeln, als John vor dem Trainingsraum stehen blieb. Er holte tief Luft. Seine Hände waren leicht feucht. In Momenten wie diesen gab es für ihn nur eine Taktik: die Angst ignorieren und den Sprung ins kalte Wasser wagen.
Die Tür glitt mit einem leisen Zischen auf. Drinnen ließ sich Rodney gerade keuchend rücklings auf eine Gymnastikmatte fallen und stieß ein gequältes „Zwanzig!“ aus. Sit-ups. John konnte sich ein leises Grinsen nicht verkneifen.
„Ich störe doch nicht etwa?“, fragte er, die Stimme gewohnt locker und unschuldig maskiert, obwohl er genau wusste, dass er Rodneys mühsam errichtete Festung gerade übertrampelt hatte.
„Major!“ Rodney war im Bruchteil einer Sekunde auf den Beinen. Das plötzliche Aufstehen trieb ihm die Röte ins Gesicht, und John sah genau, wie auch seine Ohren zu glühen begannen. „Wie... wie lief es?“
„Oh, ich habe die Wraith gekonnt in die Flucht geschlagen“, erwiderte John mit einer Spur gespielter Arroganz. Er hatte nicht vor, Rodney jetzt auf die Nase zu binden, dass es eigentlich Chayas unermessliche Macht gewesen war, die sie gerettet hatte.
„Das dachte ich mir“, grummelte Rodney und nestelte nervös an seinem Shirt. „Sind Sie aus einem bestimmten Grund hier, Major?“, fügte er hinzu, und eine bittere Schärfe schwang in seiner Stimme mit. Der bloße Gedanke daran, was Sheppard in den letzten Stunden mit dieser Antikerin getrieben haben mochte, fühlte sich für Rodney an wie ein physischer Schlag in die Magengrube.
„Ja“, sagte John leise. Er trat einen Schritt näher, fest entschlossen, sich seine eigene Nervosität nicht anmerken zu lassen. „Ich habe eine... interessante Erfahrung gemacht, die ich gerne mit Ihnen teilen wollte.“
„Ist das so?“ Der Sarkasmus in Rodneys Stimme war fast greifbar. „Na, da bin ich aber mal gespannt.“
„Ich habe mich mit Chaya verschmolzen.“ John griff nach einem Handtuch, das auf einer Bank lag, und reichte es ihm. Rodney stand da, verschwitzt, die Haare zerzaust, die Brust hob und senkte sich schwer. John ertappte sich bei dem Gedanken, dass McKay noch nie so verdammt sexy ausgesehen hatte. Sogar noch heißer als neulich, als er mit wildem Blick und einer Waffe in der Hand auf die Wraith geschossen hatte.
„Keine Details, bitte!“ Rodney riss ihm das Handtuch förmlich aus der Hand, warf es sich über die Schulter und schnappte sich mit einer hastigen Bewegung seine Sporttasche. Er steuerte geradewegs auf den Ausgang zu. Er wollte nichts hören. Nichts von Sheppards spirituellen oder körperlichen Zusammenkünften mit einer Göttin. Das zu hören, wäre wie ein Messer, das man in seinem Herzen umdrehte.
„Was ist das eigentlich zwischen uns?“, fragte John leise, aber bestimmt.
Rodney fror mitten in der Bewegung ein. Er stand wie angewurzelt da, ehe er sich langsam, fast mechanisch, zum Major umdrehte. Er blinzelte panisch, bemüht, die Fassung zu wahren. „Ich... ich weiß nicht, was Sie meinen.“
„Chaya ist es sofort aufgefallen.“
„Wie faszinierend“, heuchelte Rodney, wandte sich ab und machte zwei schnelle Schritte zur Tür. Doch ehe das Schott sich öffnen konnte, trat John ihm in den Weg, schnitt ihm den Fluchtweg ab und drängte ihn sanft, aber unmissverständlich gegen die Wandverkleidung aus Naquadah.
„Seit wann hast du diese Gefühle, Rodney?“
Rodneys Atem stockte. Die Direktheit der Frage traf ihn unvorbereitet, aber es war der plötzliche Wechsel zum intimen „Du“, der seine gesamte Verteidigung in Schutt und Asche legte. „Ich weiß wirklich nicht, was Sie meinen, Major“, flüsterte er, doch seine Stimme versagte fast, und er wandte den Kopf verzweifelt nach links, um Sheppards bohrendem Blick zu entgehen.
John musterte ihn einen langen Moment lang. Die Angst und die nackte Unsicherheit in Rodneys Augen waren so intensiv, dass es ihm das Herz zuschnürte. Woher er den Mut nahm, wusste er selbst nicht. Vielleicht war es das evolutionäre Erbe der Antiker, vielleicht einfach nur die pure Sehnsucht, die ihn übermannte.
Er legte zwei Finger sanft unter Rodneys Kinn und zwang ihn, das Gesicht wieder zu ihm zu drehen. Und noch ehe Rodney auch nur ansetzen konnte, ihn wegzustoßen oder um Raum zu bitten, beugte John sich vor und verschloss dessen Mund mit einem Kuss.
Rodney weitete die Augen, prallte für eine Millisekunde zurück – doch dann brach der Damm. Mit einem leisen Seufzen erwiderte er den Kuss, öffnete die Lippen und ließ sich ganz in die Berührung fallen.
Es war ein stürmisches, fast verzweifeltes Zugeständnis an eine Sehnsucht, die sie beide viel zu lange geleugnet hatten. In diesem Moment gab es kein Morgen, kein Militärprotokoll und keine Angst vor dem Unbekannten. Es gab nur das Hier und Jetzt, das leise Summen der Stadt und das berauschende Gefühl, sich endlich nicht mehr verstecken zu müssen.