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Zurück zum Glück von Terraner

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Sounds of laughter shades of life
are ringing through my open ears
exciting and inviting me
Limitless undying love which
shines around me like a million suns
It calls me on and on across the universe – Across The Universe

Kapitel 2: Weltraumkoller

Das japanische Raumschiff durcheilte die Leere über dem Mond und gewann rasch an Höhe. Mit einer sanften Kurskorrektur durch House endete die Aufwärtsbewegung, der Puddle Jumper flog nun parallel zum Mond weiter. Nach kurzer Zeit verließen sie die dunkle Seite des Mondes und überflogen die erleuchtete Seite. Im Zentrum des Cockpitfensters prangte nun die Erde.

„Die gute alte Erde… ich habe sie viel zu lange nicht mehr gesehen…“, meinte der alte General versonnen.

„Ein Hort mysteriöser Krankheiten… das Paradies im Vergleich zum antiseptischen Mond“, sagte House und fuhr sich durch die weiße Haarpracht. „Es ist eigentlich mal wieder an der Zeit für eine ordentliche Differentialdiagnose.“

„Ich denke unser nächstes Ziel ist klar: Zurück zur Erde!“, stellte Landry fest und zeigte auf den blauen Planeten. Der Jumper änderte erneut den Kurs.

Die Erde. Stark in Mitleidenschaft gezogen von der großen Wraith-Offensive, wurde sie immer noch von vielen Raumschifftrümmern umkreist, die regelmäßig mit Satelliten kollidieren. Im Schatten der Wracks haben sich die Zivilisationen der Welt miteinander verbündet. Alien-Technologien erleichtern das Leben, Menschen-Kriege wurden durch die außerirdische Bedrohung und pazifistische Tollaner-Technik beendet oder verhindert.
Die mit neuem Know-How aufgebauten Industrien in den von den Wraith verwüsteten Ländern haben ein globales Wirtschaftswunder eingeläutet. Die Menschheit wächst und gedeiht, der Weltfrieden ist so gut wie gesichert und der Hunger Afrikas gestillt.

Auf dieses Elysium flogen nun General a.D. Hank Landry und Doktor Gregory House zu. Der gekaperte Jumper transportierte sie getreulich weg von der Seniorenresidenz Luna. Dort waren die tobende Oberschwester und ihre Pfleger schnell gerettet worden, denn ein Sicherheitssystem fing alle im Weltraum um die Residenz treibenden Personen ein. Dieses System war auf Druck des Aufsichtsrates eingerichtet worden, nachdem ein dementer Patient ausversehen die falsche Luftschleuse geöffnet hatte und im Weltraum erstickt war.

„Mach mal das Radio an…“, bat Landry und House dachte den entsprechenden Gedanken. Radiowellen durcheilten den Äther und wurden vom japanischen Jumperradio in Musik umgesetzt.

„Well we all shine on, like the moon and the stars and the sun…“, erklang es aus den Boxen, „Yeah we all shine….“

„Warum ist das Radio ausgegangen?“, fragte Landry, als die Musik abrupt stoppte. Die Anzeigen im Jumper flackerten. Geräusche die House instinktiv in die Kategorie „Ungut“ einordnete erklangen von den Triebwerken her.

„Ich… unser Energielevel ist erschreckend niedrig!“, erkannte House. „Der Laser muss die Batterie zu stark beansprucht haben!“

Einer der größten Kritikpunkte der globalen Raumschiffpresse in Bezug auf den in Japan produzierten Puddle Jumper war die Batterie gewesen. Nach 10 Lichtjahren gab sie schon den Geist auf, das sei eine Schande für das Siegel „Made in Tau‘ri“ und nicht hinnehmbar. Der Chefingenieur der Jumper-Werke, Fumio Sopparo, hatte darauf geantwortet dass niemand mit dem Jumper mehr als 10 Lichtjahre fliegen würde und dass seine Firma die Batterie ersetzen würde, wenn es doch jemand täte. Nun hatte keiner von den Technikern an eine unsachgemäße Bedienung des Jumperlasers gedacht…

„Was machen wir jetzt? Ohne Energie funktionieren weder Abtrieb noch Lebenserhaltungssysteme!“

„Ich bin Arzt und kein Raumschiffpilot! Versuch doch mal den ADRC anzurufen…“

General Landry durchwühlte seine Hosentasche auf der Suche nach seinem Seniorenhandy. Vergeblich! „Mein Handy muss in meinem Morgenmantel stecken!“

Dr House trommelte mit den Fingern auf dem Armaturenbrett. Die Triebwerke lieferten keinen Schub mehr, und die Lichter wurden merklich trüber. Eine blinkende Anzeige wurde vor die Zwei projiziert. „Versagen der Lebenserhaltungssysteme in 10 Minuten“, las Landry vor.

„Circa 20 Minuten nach dem Ausfall der vitalen Anlagen wird der Kohlenstoffdioxidgehalt hier drin toxisch werden“, erklärte House. „Wir sitzen hier abseits der normalen Flugrouten fest, mit so wenig Energie das wir weder per Subraumkommunikation um Hilfe rufen noch zur Erde fliegen können.“

Die beiden alten Männer schwiegen betreten. Man sagt dass im Moment des Todes das Leben an einem vorüberzieht. Die beiden warfen schon ihre mentalen Diaprojektoren an. Stumm glitt der Jumper weiter durchs All und näherte sich gemächlich der Erde. Es war klar dass das Raumschiff irgendwann den blauen Planeten erreichen würde, aber es war genauso klar dass es zu lange für die beiden Freunde dauern würde. Zu langsam war der japanische Raumer, eben erst hatte er die äußere Grenze der Trümmerwolke erreicht, die den Planeten umkreiste.

„Ich hätte nicht gedacht dass es einmal so enden würde…“, meinte Landry und seufzte. „Vielleicht hätten wir im Altenheim bleiben sollen.“

„Unsere Wahl war Freiheit oder Tod, denn früher oder später hätten sie uns da totgepflegt! Da ist ein Tod im CO2-Delirium doch die weitaus bessere Alternative…“, sagte House und betrachtete interessiert die nahen Wracks. Sie würden bald ein altes Hive passieren, das während der Schlacht explodiert war. Das Schiff war in zwei Hälften zerrissen worden. Sie waren der einen, größeren Hälfte die von Raketentreffern arg in Mitleidenschaft gezogen worden war schon sehr nahe gekommen, als plötzlich House aufmerkte: „Die Sensoren erfassen einen schwachen Impuls! Da drüben läuft noch ein Generator…“

„Unmöglich! Wir haben alle Wracks nach der Schlacht untersucht!“

„Offensichtlich nicht gründlich genug… sag mal Hank, wo Energie ist müsste es doch eigentlich auch funktionierende Lebenserhaltungssysteme geben, oder?“

„Du meinst… aber wie sollen wir denn dahin kommen!?“

„Indem wir einen Bypass legen… und die allerletzte Energie des Jumpers auf die Triebwerke umlenken…“, erklärte House hastig und runzelte dann die Stirn während er dem Jumper entsprechende Befehle gab. Das aktivierte Notfallprotokoll erlaubte House den gefährlichen Schritt und bald erloschen die Lichter, die O2-Recycling-Anlage stellte ihren Dienst ein und der Puddle Jumper machte einen Sprung in Richtung Wrack. Der irdische Raumer gab für eine Millisekunde vollen Schub und schoss auf ein großes Loch im Rumpf des waidwunden Hives zu.
Das waghalsige Manöver gelang, sie kollidierten mit dem Wrack, oder passender im Bezug auf die Größe formuliert, sie stürzten auf ihm ab. Das irdische Metall durchschlug mehrere organische Schleusen und blieb schließlich rauchend in einem düsteren Gang stecken.

Die Jumpermechanik öffnete automatisch die Luke, als das letzte Volt Energie aufgebraucht war. Eine Flasche Kukident rollte langsam aus dem Raumschiff und stieß gegen die organische Wand. Minuten später folgten ihr zwei Greise, die sich lautstark über Rheuma und die unbequemen Jumpersessel beschwerten.

„Bisschen kühl hier drin“, stellte Landry nach einer Weile fest.

„Soll ich Schwester Hildegard bitten dir eine Strickjacke zu bringen?“, spottete House und stützte sich schwer auf seinen Stock. „Du als Stargatefuzzi kennst dich doch bestimmt mit Hives aus, oder?“

„Falsche Galaxie“, beschied ihm Landry. „Weir war für die Vampire verantwortlich.“

„Ah, verstehe“, House hatte mal eine Dokumentation über Weirs heroischen Kampf gesehen, nachts auf dem History Channel.

Über 100 Jahre geballte Lebenserfahrung standen etwas ratlos auf dem etwas generische aussehenden Hivekorridor herum. „Das Plainsborough ist es ja nicht gerade.“

„Vom Cheyenne Mountain Complex ganz zu schweigen. Da gab’s mehr…. Beton.“

„Dann wollen wir doch mal sehen ob die Bude überall so aussieht… ein Wunder das es hier überhaupt Sauerstoff gibt.“

Landry holte sich die Signalpistole aus dem energetisch toten Jumper und die beiden Alten machten sich auf den Weg. Schon bald waren sie einige Gangmeter vom Jumper entfernt und kamen in immer intaktere Bereiche des Hives. Offensichtlich gingen sie immer weiter ins Innere des alten Raumschiffs. Landry bekam Kopfschmerzen. Ihm fiel ein das Hives organischer Natur waren und hoffte inständig das die Kopfschmerzen aus Koffeinentzug resultierten und er nicht den alten Schmerz des Hives spürte. Die Beleuchtung an Bord des Schiffes lies sehr zu wünschen übrig, wie House irgendwann lamentierte. Landry meinte das das wohl daran liege das das Hives wohl auch Energieprobleme hätte und das es ein Wunder wäre, das überhaupt noch Generatoren an Bord liefen. Sie kamen langsam, aber stetig voran. Der Jumper und die überwundene Todesgefahr waren kaum mehr als eine ferne Erinnerung (Die beiden hatten heute ihren Gedächtnispillen noch nicht genommen…), als sie plötzlich Schritte hörten.

„Freund oder Feind?“, rief Landry und entsicherte seine Signalpistole.

Ein Wraith bog um die Ecke. Er sah grausam aus, vernachlässigt und furchtbar hungrig. Sein Ledermantel hing in Fetzen und vernarbte Handabdrücke verunzierten den Wraith. Mit einem fürchterlichen Geheul stürzte sich das animalische Monster auf sie. Verfilzte wei0e Haare flogen durch die Luft als der Wraith die Entfernung zu seinem Opfern rasch überwand, House hatte seinen Stock zum Schlag erhoben, sein Gesicht war erschrocken, dann entschlossen und dann verwundert.

Das Alien war schon in Griffweite, als ihm der alte General eine Leuchtrakete in die Brust jagte, Aufheulend warf der Wraith die Arme in die Luft. Hass verzerrte sein Gesicht. „Stirb…!“

Neben Landry fiel House der Stock aus der Hand. Krampfhaft presste sich der Arzt die rechte Hand an die Brust. House ging in die Knie, unberührt vom tobenden Wraith.

„Greg!“, schrie Landry, er sah zu seinem alten Freund ahnte was geschah, wollte es nicht wahrhaben. Der Wraith merkte das sich seine Beute soeben halbiert hatte schlug blind zu. Landry flog durch den Gang. Zum Glück für seine Knochen waren Wand und Boden recht weich. Er mühte sich ab hoch zu kommen, hatte es fast geschafft.

„Argh!“, plötzlich stoppte der alte General mit schmerzvollem Blick. „Verdammter Hexenschuss!“

„Ihr Menschen seid so schwach, es ist ein Wunder das ihr die Schlacht um euren jämmerlichen Planeten nicht verloren habt!“, höhnte der Wraith mit mühsam unterdrückter Pein. Sein Bauch rauchte noch immer.

Langsam näherte sich der Jäger seiner Beute. Gier glitzerte unverhohlen in den Augen des Wraith. Geifer tropfte zu Boden. Eine vor Vorfreude zitternde Hand näherte sich dem scheinbar wehrlosen Greis.

Landry warf sich zu Boden und schlidderte unter dem überraschten Wraith hindurch. Hank ergriff den Stock von House. Der Wraith wirbelte herum, Hunger und Zorn speisten seinen urtümlichen Schrei. Er warf sich auf Landry. Der General verpasste dem Gegner einen Hieb mit dem Griff. Der Getroffene fauchte, da betätigte Hank den Vicodinspender. Eine Kaskade gelber Pillen schoss aus dem Stock und flogen in das aufgerissene Maul des Wraith. Der röchelte, und griff sich an den Hals. Seine Augen weit aufgerissen, würgte er und starrte Landry panisch an.

Kurz entschlossen verpasste ihm der alte General eine Kopfnuss. Schwärze umfing Hank fast augenblicklich, und er ihm dämmerte das sein alter Schädel nicht mehr so widerstandsfähig war wie früher.

~**~

Eine gefühlte Ewigkeit später erwachte er mit schmerzenden Knochen. Stöhnend rappelte sich der Tau’ri auf und schob den toten Wraith von sich. Das erstickte Alien rollte auf den Bauch. Aus blicklosen Augen schien es die Decke anzustarren.

Als ihm sein Gefährte in den Sinn kam, sah Landry nach House. Aber Dr Gregory House war tot… Landry schätzte das das Auftauchen des Wraiths bei seinem alten Freund zu einem Herzinfarkt geführt hatte. Traurig schloss er ihm die Augen und ließ sich neben Greg auf den Boden sinken.

„Du hast es hinter dir…. Vermutlich ist es besser so“, flüsterte Hank und dachte über seine Situation nach. Alles in Allem war sie nicht sonderlich rosig. Stöhnend richtete sich der greise General auf.

Plötzlich ertönte ein Schrei in der Ferne! Er klang menschlich und berührte Hank bis ins Mark. Die Frau die da schrie, kannte er doch!

Sollte sie wirklich…?

Unmöglich…!

Hank Landry lief los, im schnellsten Tempo zu dem ein Senior in der Lage war. Seine kleinen Altmännerschritte wurden immer größer je näher er den verzweifelten Schreien kam. Er war nun ganz nahe. Die Krampfadern auf seinen Beinen pulsierten und er umklammerte Gregs Stock mit beiden Händen. Er bog um die Ecke und sah schreckliches! Eine Frau wurde aus ihrem spinnwebenbedeckten Alkoven gezogen. Von einem hungrigen Wraith!

Landrys rosa Plüschschlappen rutschten schnell über den verstaubten Boden. Landry schwang den Stock und landete einen Glückstreffer. Der Wraith klappte zusammen, als wäre er von einem extraterrestrischen Blitz getroffen worden. Landry umarmte die zitternde Frau.

„Teyla! Wir dachten Sie wären tot! Nach der Schlacht um die Erde sind sie nicht wieder aufgetaucht…“

„Die Wraith haben unseren Jumper abgeschossen… unser Pilot starb, aber Ronon und ich wurden von einem Dart eingesammelt… nur um hier konserviert zu werden… die anderen Gefangenen wurden schon ausgesaugt, bis zuletzt haben sie einen Bogen um uns gemacht…. Sie haben gewartet bis ihr Hunger zu groß wurde… ich war inzwischen zu schwach um mich zu wehren…“, erzählte Teyla stockend. Landry fühlte heiße Tränen auf seiner Schulter. Diese Frau hatte sehr viel durchgemacht.

„Es ist okay… zusammen finden wir einen Weg hier raus.“

„Wo ist eigentlich der Rettungsteams?“, fragte Teyla zwischen zwei Schluchzern.

„Im Moment sieht es so aus als würdet ihr von SG-Ich gerettet werden...“

Überrascht vergaß die Athosianerin ihren Respekt: „Sind Sie wahnsinnig?“

„Nein“, antwortete der Greis und lachte wehmütig. „vielleicht ein wenig dement, aber noch nicht wahnsinnig.“

„Wir sollten wirklich nach Ronon sehen“, meinte Teyla nach einer Weile.
Landry stimmte ihr zu, und so machten sie sich auf den Weg. Ein paar Gänge später fanden sie ihn auch. Er sah geschlaucht aus, Jahre der Gefangenschaft hatten ihn geschwächt. Mühsam zerrissen Teyla und Hank den spinnwebartigen Kokon des Kriegers und Dex taumelte heraus.

„Mein Rücken bringt mich um…“

„Willkommen im Club, Bruder!“, begrüßte ihn General Landry und klopfte ihm auf den Rücken.

„Dafür bringe ich die Wraith um!“

‚Zum Donnerwetter, was für eine gelungene Überleitung‘, dachte Landry bewundernd und klopfte Ronon noch einmal auf die Schulter.

„Aber das machst du doch eh dauernd…“, sagte Teyla und lächelte milde.

„Wo sind John und Rodney?“, fragte Dex, der trotz grauem Star erkannte dass der Rest seines alten Teams nicht anwesend war.

„Die beiden leben auf den Bahamas… nicht lange nach der Schlacht haben sie geheiratet. Kinder haben sie auch, selbstverständlich adoptiert. John hat die Kleinen nach euch benannt: Teyla und Ronon McKay-Sheppard!“

Teyla stöhnte auf: „Ronon! Sie haben es wirklich getan! Ich hätte nicht gedacht das das möglich wäre…“

„Nach dem Gay Act von 2019 dürfen gleichgeschlechtliche Paare überall in den USA heiraten…“

„Das meint Teyla nicht…“, unterbrach Dex den General, „kurz nach unsere Gefangennahme hat uns die Wraith-Königin ihre Geheimwaffe gezeigt… ein Apparat der Homo-Strahlen aussendet. Er sollte große Verwirrung in den Erdstreitkräften auslösen, spontan angeregte Massenorgien sollten die Verteidigung lahm legen.“

„Das Militär meines Volkes wollte so etwas Ähnliches entwickeln. Das Projekt „Gay Bomb“ wurde dann aber später eingestellt.“*

„Nun, die Wraith haben es durchgezogen…“

„Wir haben die Schlacht aber gewonnen und von Orgien habe ich nichts erfahren.“

„Vielleicht hatte die Waffe eine langfristige Wirkung, das würde die Familie McKay-Sheppard erklären…“, dachte Ronon laut. Landry konnte im Zwielicht nicht erkennen ob der Spezialist amüsiert oder angeekelt war.

„Hatten Sie auch sexuellen Kontakt zum gleichen Geschlecht, General?“, fragte Teyla.

„Nein!“, antwortete Landry entschieden und dachte an die Krankenmassage-Sessions mit Schwester Ilsebill zurück. „Aber vermutlich ist die Homo-Kanone auf die Erde gerichtet, wo wirklich fast alle homosexuell verbandelt sind, und nicht auf den Mond wo ich wohne.“

„Wir müssen diese Waffe unbedingt zerstören“, stellte Ronon fest.

„Für John und Rodney!“, rief Teyla.

„Und für die Menschheit! Wenn alle homosexuell werden, werden keine Kinder mehr geboren und die Menschheit stirbt aus…“, fügte Landry entrüstet hinzu. „Wir müssen also mal wieder die Erde retten.“

„Auf zur Homo-Kanone! Ich weiß wo sie steht!“, rief Ronon und trippelte los. Teyla und Landry folgten dem ältesten lebenden Satedaner in den nächsten schummrigen Hive-Gang. Sie folgten ihm, bis sie an ein großes, schweres Portal kamen. Beherztes Rumstochern im Schaltgewebe daneben mit dem Stock öffnete ihnen das Tor. Langsam glitt es in die Wand, Glibber tropfte auf die Schwelle.

Vor ihnen, auf einem vom Bodennebel umwehten Podest, stand ein kleiner Kasten. Die drei Menschen betraten den Raum, und näherten sich dem Objekt. Mehrere Kabel führten hinein und hinaus. Es brummte und verschiedene Leuchtdioden signalisierten dass es lief. Ein kleines Hinweisschild mit anschaulichen Piktogrammen und Wraith-Schriftzeichen, das am Podest angebracht war, erlaubte das eindeutige Identifizieren des unheilbringenden Apparates.

Landry riss den Deckel vom Kasten, auf der Such nach der Energiequelle. Ein ZPM lachte ihm entgegen. Kurzentschlossen nahm er es an sich und schlug dann mehrmals mit dem Stock auf die Apparatur ein. Als die letzten Trümmer den Boden berührten, ließ ein Schrei die drei zusammenzucken! Eine weitere Tür zum Raum hatte sich aufgetan: Die Königin der Wraith stürmte herein, im Schlepptau vier Ledermantelträger.

„Ihr infamen Kreaturen! Ihr habt meine letzte Möglichkeit auf einen Sieg zerstört!“, gellte die Königin und ballte die Hände zu Fäusten.

„Friss Kukident, du Hexe!“, Landry warf eine Kukident-Packung auf die Königin.

„Argh! Dafür werdet Ihr büßen…!“, kreischte die Wraith und hielt sich das getroffene Auge. Besorgt sammelten sich die anderen Wraith um sie, dies sahen die Menschen als geeigneten Moment um zu verschwinden. Eilig taperten die Alten davon.

„Schnappt sie euch, ihr Maden!“

Schnell verließen die Drei den Raum, die Wraith auf den Fersen. Ronon blieb zurück um ihnen Zeit zu verschaffen. „Flieht!“

„Nein! Ronon!“

„Ihr müsst gehen! Rettet euch, ich muss sowieso bald sterben, hier kann ich es wenigstens im Kampf
und mit der Gewissheit tun meine Freunde gerettet zu haben!“, rief Ronon und warf sich dann brüllend auf die ersten ausgehungerten Wraith.

„Er hat Recht, Teyla“, sagte Landry hastig. Gemeinsam eilten sie davon, immer weiter weg vom Kampf, immer weiter in Richtung Jumper. Sie liefen durch ein waidwundes Wrack, indem immer mehr Wraith-Überlebende erwachten und Jagd auf sie machten. Sie schafften es gerade so zum stromlosen Jumper und verbarrikadierten sich darin.
„Schnell, schließ das ZPM an!“

„Ja, erstmal können vor lachen! Wo soll ich es denn anschließen!“, rief Landry frustriert. Diese neuerliche Ingenieursaufgabe erwies sich als schwieriger als Energie umzuleiten.

Die Wraith hatten unterdessen den Jumper umzingelt. Der weißhaarige General sah kurz vom Kabelgewirr auf und seufzte, als er die bleichen Gestalten sah sich am Cockpitfenster die Gesichter platt drückten. „ Die Zombie-Apokalypse ist ja nichts dagegen…“

General Hank Landry beschloss einfach so vorzugehen, wie er vorgegangen war als er seinen neuen Blu Ray-Extreme-Player in seiner Wohnung anschließen wollte: Er steckte zwei Kabel ans ZPM an. Ein Energieblitz schwärzte die Stelle, an der Teyla noch vor einer Sekunde gestanden hätte.

„Das war das falsche Kabel“, kommentierte die Athosianerin trocken.

„Ich bin General und kein Astrophysiker…“, brummte Landry, während er nach anderen Kabeln Ausschau hielt. Ein mächtiger Schlag erschütterte den Jumper. Der Air Force Offizier sah auf: Ein kräftiger Wraith hatte mit einer Eisenstange auf die Frontscheibe eingeschlagen.

„Sie sind sehr hungrig…“, konstatierte Teyla. Landry nahm es zur Kenntnis und arbeitete schneller. Bald hatte er zwei geeignet aussehende Kabel in der Hand, verrückte zur Sicherheit noch ein paar Kristalle in der offenen Wartungsluke und schloss sie dann an das ZPM an. Die Lichter im Raumschiff flammten auf. Zeitgleich schlug der Wraith ein zweites Mal auf die Scheibe ein. Haarfeine Risse erschienen im Glas und verästelten sich.
Das Radio bekam wieder Strom: „Carglass repariert, Carglass tauscht aus!“

Den Jingle würdigte der General keines Wortes und stand auf. Grimmig dreinschauend schmiss er sich auf den Pilotensitz. Teyla setzte sich schnell neben ihn. Zu gut war sich Hank der Tatsache bewusst das hier vor kurzem noch sein Freund Greg gesessen hatte und lies mit diabolischer Freude den Meteoritenlaser warmlaufen.
Der Wraith vor ihnen lief gerade mit Ablauf und erhobener Stange auf die Frontscheibe zu, um ihr den Rest zu verpassen, als der Laser ausgelöst wurde. Ein hausgroßer Energiebolzen vaporisierte das Alien und hunderte Meter Hive hinter ihm. Der Weg in den Weltraum war frei. Die Luft wurde nach draußen gerissen und der Jumper flog im Kanal der Zerstörung mit. Wie eine Kugel aus einem Musketenlauf zischte das japanische Raumschiff aus dem Wrackteil das rasch hinter ihnen zurückblieb. Während Teyla sich neben ihm an den Armlehnen festklammerte, überkam Landry eine merkwürdige Ruhe, als sie mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit durch die letzen Ausläufer des Trümmerfeldes flogen. Wie durch ein Wunder kollidierten sie mit keinem größeren Teil und waren rasch im sauberen erdnahen Orbit. Vor ihnen breitet sich der nordamerikanische Kontinent aus.

Der General gab noch ein wenig mehr Schub. Flammen züngelten über die Hülle des Jumpers als sie viel zu schnell in die Erdatmosphäre eintauchten. Sie wurden angefunkt, Hank ignorierte die quäkende Funkkomponente und steuerte den Puddle Jumper seelenruhig weiter auf die Erde zu.

Nordamerika wurde immer größer. Die großen Fabrikkomplexe der Raumfahrtindustrie wurden bald sichtbar. Aber auch die neuen, großen Nationalparkflächen. Aber General Landry steuerte nicht auf sie zu, sondern auf den eckigen Bundesstaat Colorado. Näher und näher kamen sie ihm, immer deutlicher konnten Teyla und Landry die Gebirgsketten erkennen.
Zielsicher manövrierte Hank den Jumper und bremste den rasanten Flug, der immer noch fast senkrecht auf die Erdoberfläche zielte.
Langsam zog er den Bug des Raumschiffes hoch. Teyla sah aus der stark strapazierten Cockpitscheibe und blickte auf kanadisch anmutende Wälder. Doch da war eine Straße, und über sie sah sie kurz eine alte rote Corvette fahren.

Landry nahm noch mehr Schub weg, und bald glitten sie nur noch über die Bäume. Kurzentschlossen schnappte sich Teyla den Nothammer und zertrümmerte die Frontscheibe ganz. Sie stieß die Überreste aus dem Jumper und ließ sich den Flugwind um die Nase wehen.

Landry beobachte das und lächelte. „Bessere Luft als im Hive, was?“

„Definitiv. Ich war lange, viel zu lange an Bord dieses Höllenschiffes“, antworte Teyla und entspannte sich langsam. Landry flog eine sanfte Kurve und steuerte dann ein uns wohlbekanntes Haus an. Die Bäume gingen auseinander und offenbarten einen kleinen Teich samt Steg und ein rustikales Haus daneben. Drei Männer saßen auf dem Steg, sie waren weißhaarig und angelten. Sanft wasserte der Jumpe am kleinen Pier, die Heckluke öffnete sich, Landry und Teyla entstiegen dem Gefährt dessen Triebwerke im Ruhemodus genug Schub nach oben lieferten um das Raumschiff nicht versinken zu lassen.

„Guten Morgen Jack. Teal’c, Dr. Jackson“, der General a.D. nickte den überraschten Senioren zu. Die sahen verwundert Landry an, der sich mit seiner alten Uniformsjacke vom Angleroutfit der drei Männer deutlich abhob.

Landry lächelte als die Alten nach Worten suchten. „Wir dachten sie wären auf dem Mond?“, meinte Jack schließlich.

„Ich bin gekommen um euch zu bringen gute neue Mär“, sagte Hank mit ironischem Unterton: „Teyla und ich haben die Menschheit gerettet. Die Wraith sind endgültig besiegt, die Homokanone zerstört und endlich kann die Menschheit wieder Hetero-Liebe praktizieren.“

„Jack? Vielleicht sollten wir mal in seinem Altenheim anrufen…“, flüsterte Daniel seinem Freund zu.

„Ich bin alt, aber nicht taub, Doktor Jackson!“, beschied ihm Landry und stützte sich schwer auf dem Gehstock ab. Die lange Zeit auf dem Mond hatte seine Muskulatur degenerieren lassen, er fand es mühsam auf der Erde mit ihrer höheren Gravitation zu stehen. „Möchte niemand einem alten Offizier einen Stuhl anbieten?“

Wortlos stellte ihm Teal’c seinen eigenen Campingstuhl hin. Landry ließ sich hineinfallen und Teyla stützte sich auf der Lehne ab. „Wo kommen Sie eigentlich her?“, fragte Daniel. „Wir dachten Sie wären tot.“

„Ich war auf dem Hive… gefangen. Zusammen mit Ronon. Er opferte sich, um mir und General Landry die Flucht zu ermöglichen.“

„Ein ehrenvoller Tod“, meinte Teal’c. „Er starb wie der Krieger der er war.“

„In der Tat“, pflichtete Daniel ihm bei und betrachtete die beiden Neuankömmlinge genauer. Sie schienen in den letzten Stunden mehr mitgemacht zu haben, als er im gesamten letzten Jahr. Die Freuden der Pensionierung umfassten eben keine großen Abenteuer… für die er sowieso langsam zu alt wurde.

Das Geräusch eines Sportwagens erklang aus der Ferne und bald hörten sie den Kies auf der Zufahrtsstraße knirschen. Langsam umfuhr der Wagen das Haus. Teyla erkannte die rote Corvette wieder, die sie aus der Luft gesehen hatte. Am Steuer des Oldtimers saß eine weißhaarige Frau mit rotem Kopftuch und einer großen Sonnenbrille.

Jack O’Neill hatte in der Zwischenzeit kühles Bier aus dem Haus geholt und den Besuchern aus dem All in die Hand gedrückt. Nun wandte er sich der alten Corvette zu, eine Bierflasche immer noch in der Hand.

Die Frau in der Corvette nahm das Kopftuch ab und schüttelte ihr langes Haar. Es flog elegant durch die Luft und legte sich dann vorteilhaft. Die Frau stellte den Motor des Cabrios ab, legte ihre Sonnenbrille ins Handschuhfach und stieg dann aus.

Nur das Auto und hundert Meter Garten trennten die ältere Dame von Jack O’Neill, General of the Airforce a.D. „Jack! Kannst du mir verzeihen?“, die Frau streckte ihre Arme O’Neill entgegen.

Die Bierflasche entglitt der mit Altersflecken gesprenkelten Hand Jack O’Neills und fiel zu Boden. Sie prallte recht sanft nassen Grasboden am Anfang des Stegs und glitt ins Wasser. Von allen unbeachtet verschwand sie immer tiefer im Teich.

„Sam!“, rief Jack und setzte sich in Bewegung. „Sam!“

Samantha Carter umrundete ihre Corvette und lief los. „Jack! Es tut mir so leid, ich weiß nicht was los war…“


Die beiden Veteranen liefen aufeinander zu, was von Landry, Teyla und den Anglern gerührt beobachtet wurde. Jack und Sam fielen einander in die Arme. Es glänzten Tränen auf Sams faltigem Gesicht. Lange, lange hielten sie sich fest. „Ich habe dich immer geliebt, doch die Regeln…“, stammelte Sam. „…und dann kam Vala. Aber eben war mir als würde ich aufwachen…“

„Sch, sch…“, brummte Jack und strich Sam zärtlich über die Haare. „Schuld war so eine Dingsbumskanone die Landry ausgeschaltet hat.“

„Wirklich?“, fragte Sam und sah mit tränenumflorten Blick zu ihrem ehemaligen Vorgesetzen am Steg. „Darauf hätte ich kommen sollen… die ganzen verschwendeten Jahre…“

„Sam, es ist nie zu spät… wir haben noch so viele Jahre vor uns…“

„Wenn Rodney noch den Jungbrunnen entdeckt, sogar unendlich viele“, hauchte Sam und sah Jack in die Augen.

„Die Ewigkeit gehört uns…“, meinte Jack O’Neill und küsste Samantha Carter, mit der Zärtlichkeit jahrelanger, echter Liebe.

Auf dem Steg seufzte Teyla als sie die beiden beobachtete.

„Ich bin froh dass diese Schwulitäten vorbei sind….“, meinte Daniel. „Es wurde allmählich strapaziös.“

„In der Tat“, pflichtete ihm der ehemalige Primus von Apophis bei.

General Landry wunderte sich und dachte dass er auf dem Mond, in der Abgeschiedenheit der Seniorenresidenz Luna wohl viel verpasst hatte. Er nahm einen Schluck herrlich kühles Budweiser und stellte für sich fest, dass es eine gute Idee gewesen war hier her zurückzukehren. Er erhob sich mühsam und stieß mit Teyla und den andern beiden an. „Auf Dr. Gregory House, Ronon Dex und unsere anderen Freunde und geliebten Menschen!“

Sie stießen an. Die Flaschen klirrten dabei, ein Ton der gut zu diesem Sommertag in Colorado passte. Hinter ihnen versank der Jumper langsam im See. Offenbar war das antike ZPM nun aufgebraucht. Landry zuckte mit den Schultern, ihm sollte es recht sein. Er war angekommen.


~*~
„Und das Glück freut sich und ruft:
"Wie schön, ich hab euch so oft hier vorbeifahren sehen!
Warum kommt ihr nicht und bleibt 'ne Zeit bei mir?"“ – Zurück zum Glück
~*~


Ende
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